Themenführung "Die Schwälmer Tracht und die Rolle der jüdischen Händler in der Schwalm"

Am Sonntag, 31. Oktober, 14 Uhr bietet das Schwälmer Dorfmuseum Holzburg zum Saisonsende und zum Abschluss der Ausstellung "Leinen, Samt und Seide - Luxusstoffe für die Schwälmer Tracht" nocheinmal eine Themenführung an. Titel: Die Schwälmer Tracht und die Rolle der jüdischen Händler in der Schwalm.

 

Bernsteinketten, Seidentücher, Messing- und Posamentenknöpfe, Gold- und Silbergarne, Seidenbänder (Schnüre), Kattun, hauchzarte Batiste und hochwertige Wollstoffe gehören zu den "stolzen" Ausstattungsstücken der Schwälmer Tracht, die zu den reichsten Trachten in Deutschland zählt. Jüdische Händler lieferten diese Luxuswaren direkt in die schwälmer Bauernhäuser.

 

Die Juden, denen das zünftige Handwerk von den Christen verboten worden war, hatten sich auf dem Land das Monopol vor allem im Viehhandel und im "Ellenwarenhandel" gesichert. Sie waren gern gesehene Gäste, waren gut vernetzt und brachten die gewünschten Luxuswaren direkt in ins Haus. Dabei waren sie wichtige Kommunikatoren in einer Zeit, in der von "social media" keine Rede war. Viele von ihnen gründeten im 19. Jh. Textilgeschäfte in Treysa und Ziegenhain, bis sie unter den Nazis ihre Geschäfte zwangsverkaufen mußten. Der Rest der Geschichte ist bekannt.


Heidrun Merk geht in ihrer Themenführung diesem bislang wenig erforschten Zusammenhang zwischen Schwälmer Tracht und jüdischen Händlern nach.

 

Eintritt 3.- Euro.
Infos unter www.dorfmuseum-holzburg.de